Urteil: Kein „Schmerzensgeld“ nach Veröffentlichung von Nacktfoto

Urteil um ein Nacktfoto – Ein Fotograf hatte ein Aktfoto mit einem damals 17-jährigen Mädchen ohne die Einwilligung seiner Eltern veröffentlicht. Das Bild darf nun nicht weiter verbreitet werden. Das geforderte „Schmerzensgeld“ in Höhe von 2.500,00 € bekommt die Klägerin hingegen nicht.

Nacktfoto Nacktfotos
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Nacktfoto: unbekleidete Festivalteilnehmer fotografiert

Im Jahr 2011 hatte sich die junge Frau im Rahmen des „Appletree Garden Festival“ für ein Kunstprojekt des Fotografen Gerrit Starsczewski mit anderen Festivalteilnehmern nackt fotografieren lassen. Auf dem Bild kletterte sie mit anderen unbekleideten Personen eine Bühne hinauf, ihr Gesicht war dabei nicht zu erkennen. Auf einer Ausstellung in Amsterdam war das Nacktfoto veröffentlicht worden. Hiergegen wehrte sich die abgebildete Frau und klagte vor dem LG Duisburg gegen den Fotografen. Neben der Untersagung der künftigen Verbreitung des Fotos forderte die Klägerin u. a. auch 2.500,00 € Schadensersatz.

Einwilligung der Eltern zur Verbreitung lag nicht vor

Dabei berief sich die Klägerin darauf, dass die Eltern des damals noch 17-jährigen Mädchens nicht die erforderliche Einwilligung zur Erstellung und Verbreitung der Aufnahme erteilt hatten. Der Fotograf hingegen stellte sich auf den Standpunkt er habe nicht gewusst, dass sie noch minderjährig gewesen sei, ihm gegenüber habe sie behauptet, volljährig zu sein.

LG Duisburg: kein Schmerzensgeld, nur Unterlassung

Das Landgericht sah in der Bildveröffentlichung einen Rechtsverstoß, da es an der erforderlichen Einwilligung der Erziehungsberechtigten gem. §22  KUG (Kunsturhebergesetz) fehlte. Der Fotograf darf das Bild daher nicht weiter verbreiten. Der Schadensersatzforderung der Klägerin erteilte das Gericht hingegen eine Absage. So habe die Klägerin schließlich unstreitig freiwillig an der Aktion mitgewirkt. Auch seien auf dem Bild nicht nur sie sondern auch noch andere nackte Personen abgebildet.

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